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Gedanken zum Jahre 2010
Gott spricht: Ich will euch erlösen, dass ihr ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände! (Sacharja 8,13)
Pastor Tobias Grossklaus

In unseren Tagen fühlen sich viele Menschen regelrecht niedergedrückt: Niedergedrückt von ihrem Job, niedergedrückt von ihrer Familiensituation. Niedergedrückt aber auch von ihrem eigenen Versagen, von Enttäuschungen, von den inneren Stimmen, die an ihnen kein gutes Haar stehen lassen wollen,…. Wir sehnen uns nach Erlösung aus so manchem Schlamassel.

„Ich will euch erlösen, dass ihr ein Segen sein sollt…“.

Lieber Gott, wie soll das denn gehen? Du siehst doch, wie festgefahren die Dinge sind. Ich soll ein Segen sein? Ich bin doch total kraftlos. Also, ehrlich gesagt, ich kann nicht glauben, dass sich da jemals noch etwas ändern wird.

So oder ähnlich mögen sie damals in der Gefangenschaft in Babylon gebetet haben, die Israeliten. So oder ähnlich sind vielleicht auch unsere Gedanken, wenn wir an die eigene Situation denken, die so verfahren ist. Doch damit gehen wir einem teuflischen Gedanken auf dem Leim! Dem Gedanken, Situationen und Menschen würden sich nicht mehr ändern. Das ist das, was Goethe den Teufel zu Faust sagen lässt, im gleichnamigen Werk:

„Du bist am Ende – was du bist.

Setz´ Dir Perücken auf von Millionen Locken,

Setz´ Deinen Fuß auf ellenhohe Socken,

Du bleibst doch immer was du bist.“

Wenn das stimmen würde und sich Menschen und Situationen überhaupt nicht verändern könnten, und zwar zum Positiven, dann wäre nicht nur dieser alttestamentliche Vers sinnlos, dann wären auch all die anderen biblischen Zusagen vergebens. Dann müssten wir uns wirklich damit abfinden, dass alles bleibt, wie es ist. Doch Gott sei Dank (!) entspricht dieser Gedanke eben gerade nicht den Gedanken Gottes und auch nicht seinem Handeln. Es gibt Hoffnung, wir brauchen uns nicht zu fürchten, wo wir es mit dem lebendigen Gott zu tun haben und wo wir ihm unser Leben anvertrauen. Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! sagt uns Jesus in der Jahreslosung 2010 zu.

Gott hat damals Wort gehalten und das Volk aus der Gefangenschaft befreit. Er hat es zum Segen werden lassen, und zwar für die ganze Welt. Aus diesem Volk heraus ist später Jesus, der Retter hervorgegangen. Gottes Wege sind nicht immer ersichtlich, damals nicht und heute auch nicht.

Wer hat schon den Sohn Gottes in einer Futtergrippe erwartet? Wer hätte gedacht, dass die scheinbar größte Niederlage, das Kreuz, den größten Sieg hervorbringen würde?

Wir wünschen uns oft vieles ganz anderes. Doch die Geschichte Gottes mit den Menschen zeigt: Nicht das „Wie“ ist das Entscheidende, sondern das „Dass“. Dass Gott erlöst, dass er eingreift und Menschen und Situation verändert. Daran will ich mich immer wieder klammern, gerade in den schwierigen Situationen meines Lebens. Ich will mich nicht blenden lassen von den (scheinbaren) Niederlagen, sondern daran festhalten, dass Gott sich gerade in dem Schwachen und Unscheinbaren als der Mächtige erweisen will (vgl. 2. Korinther 12,9.10). Ja, gerade angesichts der vielen Schreckensnachrichten um mich herum will ich weiter fest auf Jesus vertrauen. Er wird auch in diesem Jahr für mich sorgen.

Pastor Tobias Großklaus




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